MARIA DUCASSE – AUFHEBEN

Die Bilder von Maria Ducasse, die nach inszenierten Fotos malt, befassen sich mit der Repräsentation des Körpers. Der Körper wird nackt dargestellt, oft von hinten gesehen oder in Dreiviertelansicht in Haltungen, die den Leib krümmen und schinden, bis das Fleisch bebt und wankt. Der Körper bewegt sich in einer chaotischen, schwankenden und vom Zerfall bedrohten Umgebung, die ihn offensichtlich bedrückt oder gar einsperrt. Dies soll das Gemälde jeglicher Verführung- und Wirkungskraft berauben, zugunsten einer Art Herbheit, die sich doch durchaus als subtil erweist. Maria Ducasse fasziniert der Körper, der sich schwer bändigen lässt, der sich immer wieder unserer Kontrolle entzieht. Er zeigt sich also oft kurz vor dem Aufgeben, ängstlich und schamhaft, zusammengeschrumpft, so schwach wie asexualisiert. Auf eine bloße Körperhülle reduziert, beinahe ein Zeichen. Das Gesicht flieht oder wendet sich anderswo hin. Diese Kompositionsverfahren schaffen enigmatische Szenen, wo sich ein unterschwelliges Drama abspielt. Diese Gemälde zeugen auch von einer ambivalenten Beziehung zur malerischen Figur, die nicht nur bloße Repräsentation, sondern auch das Ergebnis eines Spiels mit den Kräften und dem Material, eines Wechselspiels von Farben und leer gelassenen Flächen auf der Leinwand ist. Das Behandeln wird expressionistisch: Fehler und fiebrige Pinselstöße werden als Wesensmerkmale nicht ausgebessert, als wollte man hiermit die Arbeit über Figuration und Karnation mit einer autonomen malerischen Sprache besser verbinden.

Text Raphaël Brunel

maria ducasse

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